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Die Erfindung des Sach-Hörbuchs für unterwegs vor fast 30 Jahren. Das Motto: „Jeder Stau bringt Sie weiter“. Man konnte einfach länger zuhören, was kluge Leute auf Band gesprochen haben. Hier entstanden solche Klassiker wie die legendäre Einführung in die Systemtheorie, die Niklas Luhmann als Vorlesung an der Universität Bielefeld gehalten hat, aufgenommen von der Autobahn-Universität. Diese Vorlesung ist nach wie vor unverzichtbar, was auch die vielen Auflagen beweisen, die die Druckfassung bislang erlebt hat und weiter erlebt. Eine Symphonie scharfen Denkens. Humberto Maturana, der Erfinder des Konzepts der Autopoiesis, ist eine weitere originäre Stimme, die zu hören immer lohnt. Fritz B. Simon hat aktuell mit seinem Buch FORMEN neue Maßstäbe gesetzt, was die Vermittlung systemtheoretischen Denkens und seiner praktischen Vorteile angeht. Simons legendärer Vortrag zur Kunst, nicht zu lernen, gehört ebenfalls zum Carl-Auer-Portfolio. Zu den Klassikern zählen natürlich auch Heinz von Foerster, Ernst von Glasersfeld und Paul Watzlawick. Ihre Lebendigkeit und Frische beweisen die Aufnahmen, die hier zur Verfügung gestellt sind. Für Nachgeborene tönt hier der Klang aus den Pionierjahren systemischen Denkens und Handelns.


Niklas Luhman - Einführung in die Systemtheorie

 

Niklas Luhmann ist der bedeutendste Ideengeber für eine völlige Neuausrichtung der Systemtheorie in Anwendung auf soziale Systeme. Seine Konzepte und begrifflichen Neuerungen wurden breit rezipiert und haben enormen Einfluss u. a. auf viele Bereiche beraterischer und therapeutischer Theorie und Praxis gehabt. Die erfolgreichen methodischen Entwicklungen in systemischer Therapie und Beratung und auch in anderen Schulen sind ohne diese Basis kaum zu verstehen. Dass diese einführende Vorlesung aufgenommen wurde, hat sich als großer Glücksfall erwiesen. Hier werden die Grundlagen systemtheoretischen Denkens in klarer Diktion und aus erster Hand dargelegt. Allein die Idee der operationalen Schließung autopoetischer Systeme, und was daraus für die Geschlossenheit und Kopplung psychischer und sozialer Systeme folgt, war ein Meilenstein für Einsichten in die Kopplungsmster von Menschen und Organisationen, und zugleich ein Stein des Anstoßes für viele, die das Bild eines ganzen Menschen bedroht sahen. Die gesamte Vorlesung wurde transkribiert und ist auch als Buch lieferbar


Christa Rohde-Dachser - Einführung in die Freudsche Psychoanalyse

In Ihren Vorlesungen liest Sie über Hysterie, Verführungs- und Triebtheorie, Phasenlehre der psychosexuellen Entwicklung, das Konzept des Unterbewußtseins, Freuds Traumlehre, die Psychopathologie des Alltagslebens, das Überich und über den männlichen und weiblichen Ödipuskomplex. Dr. biol. hum. habil. Christa Rohde-Dachser ist Gründerin des psychoanalytischen Institutes der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DPG) in Frankfurt und gründete gemeinsam mit Jürgen Körner die Internationale Psychoanalytische Universität (IPU) in Berlin. Sie war Mitglied der wissenschaftlichen Beiräte dreier renommierter Fachzeitschriften, Mitherausgeberin der Zeitschrift Psyche und wurde unter anderem bekannt durch ihre Veröffentlichungen zur Borderline-Persönlichkeitsstörung und zur Psychoanalyse der Weiblichkeit.


Stavros Mentzos - Depression: Psychodynamisch orientierte Nosologie und Psychotherapie

Die aus dem psychodynamischen Konzept der Depressionen abzuleitenden therapeutischen Konsequenzen wurden anhand von Behandlungen exemplifiziert und erläutert, wobei nach Möglichkeit insbesondere auch klinisches Material und konkrete Fragestellungen seitens der Teilnehmer zu einer praxisbezogenen Anwendung der Techniktheorie führen sollte. Die 45. Lindauer Psychotherapiewochen 1995 befaßten sich unter anderem mit dem Leitthema „Spiel und Zusammenspiel in der Psychotherapie“. Das Spiel vereint spontanes Handeln und klare Übereinkünfte. Sein Reiz liegt in der Verbindung von rational, überschaubaren Situationen und irrationalen, unvorhergesehenen Ereignissen. In der Psychotherapie lassen sich all dies Elemente wiederfinden. Wer spielt, wer diktiert die Regeln? Hören Sie in dieser Playlist die komplette klinische Vorlesung von Stavros Mentzos - Depression: Psychodynamisch orientierte Nosologie und Psychotherapie. Aufgenommen in der 1. Woche der 45. Lindauer Psychotherapiewochen vom 18.04-22.04.1995


Otto F. Kernberg - Konzepte der Psychotherapie von Borderline-Störungen

Die moderne Psychotherapieforschung legt heute besonderen Wert auf die genau Spezifizierung der jeweils untersuchten Behandlung. Obwohl die verschiedenen theoretischen orientierungen in der Psychotherapie unterschiedliche Konzeptionen für den Begriff Borderline erarbeitet haben, entwickelte sich ein überraschender Grad an Übereinstimmung bezüglich der für diese Patienten als geeignet erscheinenden Behandlungsmethode, namentlich einer psychoanalytisch orientierten Psychotherapie, die auf Übertragungsdeutungen beruht. Das vorgestellte Behandlungsmodell basiert auf ichpsychologischen und objektbeziehungtheoretischen konzepten. Die dasgestellten Behandlungsstrategien und die Behandlungstechnik resultieren aus einem integrierten theoretischen Model der Borderline-Psychopathologie.


George Spencer-Brown - Laws of Form

Seit der Publikation seines Buches "Laws of Form" galt George Spencer-Brown als geheimnisumwittertes Genie, das die Grundlagen unserer westlichen Wissenschaften mit wissenschaftlichen Mitteln aus den Angeln gehoben hat. Sein Einfluß reicht weit über die Philosophie und Wissenschaftstheorie hinaus: Systemische Psychotherapeuten berufen sich auf ihn und besondere Bedeutung hat er in der Soziologie gewonnen, da Niklas Luhmann sich in seiner Theoriekonstruktion auf ihn bezieht. Und dennoch ist alles ganz praktisch... Zu George Spencer-Brown: George Spencer-Brown, Professor für Mathematik in Oxford und Cambridge, Gastprofessor in Stanford, langjährige Zusammenarbeit mit dem Psychiater Ronald Laing, Autor mehrer Bücher zu Themen der Wahrscheinlichkeit, Logik und Liebe, Tarati-Weltmeister, Rekordhaltender Segelflieger, Erfinder und Dichter.


Stanislav Grof - Das kosmische Spiel – Spirituelle und philosophische Schlussfolgerungen aus moderner Bewusstseinsforschung

Die autobahnuniversität hat bei den 45. Lindauer Psychotherapiewochen im Jahr 1995 eine von Stanislav Grof vor zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern gehaltene und hier dokumentierte fünfteilige Vorlesung aufgenommen. Sie trägt den Titel Das kosmische Spiel – Spirituelle und philosophische Schlussfolgerungen aus moderner Bewusstseinsforschung. Die Vorlesung ist getragen von Grofs weitem Überblick über religiöse und spirituelle Traditionen, Forschungsdesigns und Studienergebnisse, von seiner eigenen Forschung und Praxis, und davon, was all dies beizutragen hat, die eigene Lebenspraxis, auch und gerade die professionelle, neu zu betrachten und vielleicht zu gestalten.


Leon Wurmser - Trauma, doppelte Wirklichkeit und "Teufelskreis" 

Bei vielen Patienten mit schweren Neurosen treffen wir ein gespaltenes Selbst und ein zerrissenes Erleben der Welt an. Wo im Inneren gegensätzliche Über-Ich-Figuren miteinander im Konflikt stehen, bedarf es der Verleugnung als wesentlicher Abwehr. Die Blockierung gewisser Wahrnehmungsbereiche führt zu einer Gespaltenheit der inneren und äußeren Wirklichkeit. Gewisse Szenarios komplexer Natur wiederholen sich in ziemlich typischer Weise bei verschiedenen Krankheitsbildern. Diese Szenarios stellen sich als richtige "Teufelskreise", circuli vitiosi dar. Dabei handelt es sich um zirkuläre Sequenzen, die typisch sind für die Gegenwart wie für Genese.


Psychoanalyse und systemisches Denken

Multiperspektivität und der Mut zur sinnstiftenden Kontroverse gehörten schon immer zu den Markenzeichen des Carl-Auer Verlages. Im Jahr 1992 trafen sich unter den Mikrofonen der Autobahnuniversität Expertinnen und Experten zur Begegnung von Psychoanalyse und systemischem Denken – damals wie heute eine eher unwahrscheinliche Begegnung, die es aber immer wieder Wert ist, wahrscheinlicher gemacht zu machen. Den Impulsreferaten folgte die ausführliche Betrachtung der Praxisfälle, die Teilnehmende eingebracht hatten. Dabei waren: Fritz B. Simon, Luc Ciompi, Claudia Sies, Peter Fürstenau, Tobias Brocher, Tomas Plänkers


Paul Watzawick

Es war Paul Watzlawick, der die Idee, Wirklichkeit werde eher „gemacht“ als „gefunden“ – ein Leitgedanke des Konstruktivismus – einem sehr breiten Publikum vorgestellt und diesen Ansatz weit über Fachkreise hinaus bekannt gemacht hat. Seine Publikationen, genauso aber seine Workshops und Vorträge zeichnet aus, dass es ihm gelingt, einen Ton zu treffen, der fesselt, und dabei komplexe Inhalte so zu präsentieren, dass sie leicht zu verstehen sind, ohne sie zu verwässern. Darüber hinaus ist Paul Watzlawick ein echter Humorist, der den ernsten Problemen, um die es in Psychiatrie, Psychotherapie und auch im „normalen“ Alltag geht, eine irgendwie witzige Seite abgewinnen kann: Wer lächelt oder lacht, hat schon Distanz gewonnen. Der hier wiedergegebene Workshop ist ein Paradebeispiel dafür. Ein echter Watzlawick.


Fritz B. Simon

Psychische Krankheiten sind soziale Konstrukte, und nichts weiter als das. Jedenfalls fallen sie nur auf, wenn sie in die Kommunikation kommen. Wer Stimmen hört und weder darüber spricht noch sich irgendwie auffällig verhält, der hört sie alleine und gibt vorerst keinen Anlass, für krank erklärt zu werden. Es sei denn, es wird ein Anlass erfunden.

Fritz B. Simon gibt hier pointiert Einblick in die Notwendigkeit, ein problematisches klassisches Konzept der Unterscheidung von „krank“ und „gesund“ durch ein an neuerer Systemtheorie orientiertes Verfahren abzulösen.

Ausführlich behandelt diese Thematik Simons Klassiker Die andere Seite der Gesundheit.

 


Ernst von Glaserfeld

Radikaler Konstruktivismus: Dafür steht niemand prominenter als Ernst von Glasersfeld (1917 – 2010). Von Glasersfeld war u. a. regelmäßiger und prominenter Gast als Vortragender und Diskussionspartner der großen Heidelberger Kongresse zu Konstruktivismus und Systemtheorie in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts, die von der autobahnuniversität dokumentiert wurden. Sein besonderes Interesse galt dem Phänomen Kognition und den Folgen, die ein misslichen Verständnis von Kognition mit sich bringt. Wie Kognition verstanden wird, hat, für Glasersfeld, unmittelbar Einfluss auch auf ethische Fragestellungen. In den Beiträgen von Glasersfelds wird die Spannweite der Bedeutung seiner Forschung und seines radikal konstruktivistischen Denkens von Erziehung und Pädagogik bis zu politischen Kontexten deutlich. Das wissenschaftliche Lebenswerk Ernst von Glasersfelds war von der Frage geleitet, wie man ein Begriffsmodell aufbauen könne, das einigermaßen plausibel erklärt, wie wir zu dem kommen, was wir dann unser „Wissen“ nennen. Die Begriffe „Erkenntnistheorie“ und „Erkenntnis“ hielt er für irreführend. Erkannt werde eher, was schon da ist. Wissen werde kreiert bzw. geschaffen.


Heinz von Foerster

„Wir sehen nicht, dass wir nicht sehen.“ In seinem Vortrag beim Frankfurter Ring zeigt die autobahnuniversität Heinz von Foerster von seinen besten Seiten: man erlebt seinen ansteckenden Witz; man geht mit seiner Fähigkeit, komplexe Sachverhalte anschaulich zu machen; man erfährt, wie ein Auditorium durch kleine Experimente zu Wahrnehmung und Denken konkret einbezogen werden kann; u. v. a. m. Wie bei seinem Freund und Weggefährten Ernst von Glasersfeld, so stehen auch bei Heinz von Foerster die Fragen zu Wissen und Gewissheit im Zentrum der Aufmerksamkeit. In erster Linie dann, wenn fälschlich davon ausgegangen wird, Wissen sei wie ein Spiegel der Natur oder ein fehlerfreies Lehrbuch der Welt. Es geht vielmehr um sehr verschiedene Typen und Formen von Fragen und wie wir sie entscheiden. Die unentscheidbaren Fragen sind diejenigen, für die es bislang keine verlässlichen Algorithmen gibt und wohl nie geben kann. Daher müssen wir die unentscheidbaren Fragen entscheiden …


Humberto Maturana

Was die Wirkungen des chilenischen Biologen Humberto Maturana auf Wissenschaft und therapeutische und andere Praxis angeht, so scheiden sich die Geister: die einen sehen mit Freude, wie z. B. sein Begriff der Autopoiesis (als Bezeichnung des Form-Prinzips, das lebende Systeme von nicht lebenden unterscheidet) über Niklas Luhmann zu einem vollkommen neuen und nützlichen Verständnis von sozialen Systemen geführt hat (Maturana selbst sah diese Übertragung übrigens nicht so gern …). Familientherapie, systemische Therapie, systemische Beratung von Individuen, Familien, Teams, Organisationen und Unternehmen u. a. wäre ohne diesen Einfluss und diese Übertragung des Autopoiesis-Konzepts undenkbar. Die anderen sehen, wie viel Unverständnis, ja Ignoranz diesen Konzepten und ihren Erfolgen doch nach wie vor noch entgegenschlägt. Papier ist geduldig, Tonaufnahmen sind es auch. Glücklicherweise. Mit den Aufnahmen, die von Humberto Maturana bei der autobahnuniversität vorliegen, kann man immer aufs Neue anfangen, neu zu denken.


Evolution of Psychotherapy

Im Juli 1994 fand in Hamburg zum ersten mal in Deutschland der Weltkongress "Evolution of Psychotherapy" statt. Ziel dieses Kongresses war, Dialoge zwischen den Psychotherapieschulen zu initiieren und zu verstärken und bisher unbekannte Konzepte kennenzulernen.


Kongress "Das Ende der großen Entwürfe und das Blühen systemischer Praxis" von 04.04.1991 bis 07.04.1991.


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