
Elisabeth Wehling
Auf leisen Sohlen ins Gehirn
Politische Sprache und ihre heimliche Macht
Mit einem Vorwort von Freimut Duve
186 Seiten, Kt, 2., aktual. Aufl. 2009
€ 17,95
ISBN 978-3-89670-695-9
Inhaltsverzeichnis · Leseprobe
80 Prozent unseres Denkens bleiben unbewusst und werden durch Metaphern und Deutungsrahmen geprägt. Unser vermeintlich freies Denken wird durch diejenigen beeinflusst, die bewusst bestimmte Metaphern in die öffentliche Diskussion einführen. Diesen "heimlichen Macht-Habern" sind George Lakoff und Eva Elisabeth Wehling auf der Spur: Welcher Sprache bedienen sich Politiker in öffentlichen Debatten, um in den Köpfen der Menschen die gewünschte "Wirklichkeit" entstehen zu lassen?
In lebhaften Gesprächen klären die beiden Wissenschaftler anhand von Sprachschöpfungen wie "Krieg gegen den Terror" oder "Achse des Bösen", wie Menschen denken, wie solche Denkstrukturen unser Gehirn auch physisch verändern und wie wir die Welt begreifen. Dabei werfen sie ein völlig neues Licht auf Fragen der politischen Identität, der Moral und religiöser Werte oder der Rolle von Medien und Berichterstattern.
Als Leser lernt man so die Mechanismen seines eigenen politischen Denkens, Sprechens und Handelns besser kennen. Man erfährt, wie stark und gleichzeitig subtil die eigenen politischen Einstellungen durch Metaphern bestimmt sind und was nötig ist, um sich davon zu befreien.
"In lebendigem Gespräch gewähren uns George Lakoff und Elisabeth Wehling einen Blick in unser politisches Gehirn'." Freimut Duve
"Die Komplexität der behandelten Themen aus der kognitiven Linguistik, in der Lakoff die Weltspitze darstellt, haben ihn nicht daran gehindert, sich in einer kristallenen Prosa auszudrücken, ohne Fachausdrücke und mit solide begründeter Argumentation. Dies ermöglicht es Wissenschaftlern aus anderen Disziplinen und dem allgemeinen Publikum gleichermaßen, die behandelten Fragen zu verstehen, deren philosophische Tragweite zu erkennen und schließlich die Inhalte zu würdigen." aus der Laudatio zur Verleihung des Premio Giulio Preti per il dialogo fra scienza e democrazia 2007 an George Lakoff
Rezension zu diesem Buch
Großartig, erhellend, kämpferisch ohne reißerisch zu sein, leicht zu lesen und doch wissenschaftlich.
Frederik Weitz (www.media-mania.de, 17.02.2009)
Die kritische Diskussion der beiden Autoren lässt uns darüber nachdenken, wie weit wir selbst de Einfluss von Medien und Berichterstattern unterliegen.
Dieses Buch regt zum Nachdenken an, fordert dazu auf, uns selbst und unser Selbstbild kritisch zu hinterfragen.
(ide – informationen zur deutschdidaktik, 4/2008)
Das Buch ist, gerade weil Wehling und Lakoff trotz der letztlich hochkomplexen Materie fast ohne Fachausdrücke auskommen, unterhaltsam – teilweise auch überzogen polemisch – und damit für den neurolinguistischen Laien gut lesbar.
Das Buch ist im Prinzip allen politisch Denkenden zu empfehlen, es schärft den Blick für und erhöht die Sensibilität im Umgang mit politischer Kommunikation. Aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht bietet es darüber hinaus einige gut verständliche Anknüpfungspunkte der (Neuro-)Linguistik zur Medienwirkungsforschung und politischen Kommunikationsforschung.
(PR-Guide, 10.12.2008)
Dieses Buch ist unbedingt lesenswert für alle, die wissen wollen, wie Sprache wirkt und wie man Wirklichkeit verändert. Unabhängig ob sie für eine politische Partei arbeiten oder als Referent für Öffentlichkeitsarbeit in einer sozialen Organisation.
ehrenfried
(www.spendwerk.de, 20.11.2008)
Die Gedanken sind frei? Denkste!
Die Lektüre gibt so manchen Anlass, das eigene politische Denken einem Update zu unterziehen, es einmal etwas kritisch unter die Lupe zu nehmen.
F.T.A. Erle (Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, November 2008)
Das Buch zeigt, wie stark unsere Sprache, unsere Metaphernwahl den Alltag bestimmt und uns auch in gesellschaftliche Prozesse hineinmanövrieren kann, die man nicht vermutet. Gerade im Vorfeld der Wahlen und im Hinblick auf die immer stärker werdende mediale Demokratie bzw. Entdemokratisierung ist die Lektüre ein Muss!
Detlef Rüsch (www.amazon.de, ab 31.10.2008)
Leichtfüßig, in Dialogform, kommen die Gedanken von George Lakoff und Elisabeth Wehling daher und sind doch von weit reichender, ja umwälzender Bedeutung.
Paula Küng-Hefti (Basler Schulblatt, 10/2008)
"Gewiss, Lakoffs etwas schematischer Dichotomie der zweit Ethiken – jene vom "strengen Vater" und vom "sorgenden Elternteil" – hat selbst ihre fragwürdigen Seiten: Beide Ethiken sind von Familienmodellen inspiriert, und auch wenn das eine sympathischer ist als das andere, so ist es doch eines des paternalistischen Kümmerns der Erwachsenen um die unreifen Kleinen, weshalb schon gefragt werden muss, ob es die optimale Metapher für eine Gesellschaft gleichberechtigter Bürger ist. Aber alles in allem ist Lakoffs Modell extrem inspirierend."
Robert Misk (TA Zeitschrift für Transaktionsanalyse, Juli 2008)
Der Band bringt noch einmal auf den Punkt, was in vielen Publikationen deutscher Wissenschaftler seit Habermas' Analyse zum Strukturwandel der Öffentlichkeit' (1971) oft noch umfassender gesellschaftskritisch ausgearbeitet worden ist. Sein Vorzug ist allerdings, dass der Stoff auch für Leserinnen und Leser jenseits wissenschaftlicher Kreise lesbar aufbereitet worden ist. Dazu trägt insbesondere die dialogische Struktur bei.
Gerd Brenner (deutsche jugend, Juni 2008)
In dialogischer (Interview-)Form und mit zahlreichen Beispielen angereichert wird ein relativ bequemer Pfad in ein hochkomplexes Gebiet bereitet, nämlich den Zusammenhängen von Neurophysiologie, Linguistik, Sprache und Sprachgebrauch, Denken und Manipulation – und welche Rolle Metaphern bei all dem spielen.
Ein leicht lesbares Buch zu einem auch für die PR- wie für jede andere Kommunikationsbranche überaus wichtigen Thema. Ein Appetizer sozusagen, der Lust auf mehr in die Tiefe Gehendes macht.
Markus Pirchner (PRVAnews, 17.06.2008)
Auf leisen Sohlen', der Titel ist Programm, liest sich wunderbar leicht, weil das Buch als Interview zwischen den beiden Autoren aufgemacht ist und so ohne Kompliziertheit politische Kommunikation erklärt.
Ein wertvolles Handbuch für politisch interessierte Menschen.
Joachim Braun (www.lesenblog.de, 05.05.2008)
Nach der Lektüre des Texts lesen sich viele Zeitungen und Werbetexte sicherlich ganz anders, auch wenn einige der Erkenntnisse auf diesen Seiten nicht ganz neu sind. Aber die Verknüpfung mit den Entwicklungen des politischen Sprachgebrauchs in den USA ausgehend von den think tanks der republikanischen Partei in den letzten 30 Jahren ist schon ziemlich erhellend.
Eine wichtige Lernhilfe auf dem Weg zum mündigen Staatsbürger – besonders, wenn man sich die Mühe macht, die Metaphern, die die beider Sprecher hier ununtersucht verwenden näher unter die Lupe zu nehmen.
Klaus-Günther Beck-Ewerhardy (www.sandammeer.at (Rezensionsdienst), 10.03.2008)
Zweifellos der einflussreichste Beitrag zur Metapherntheorie der letzten Jahrzehnte.
Dietmar Till (www.literaturkritik.de, 04.03.2008)

George Lakoff
George Lakoff, Ph. D.; nach Stationen an der Harvard University und der University of Michigan heute Professor für kognitive Wissenschaft und Linguistik an der University of California, Berkeley und Kodirektor des "Neural Theory of Language Project" am dortigen International Computer Science Institute. Mitglied des Center for Advanced Study in Behavioural Sciences und des Santa Fe Institute. Gründer und Leiter des "Rockridge Institute", eines politischen Forschungszentrums und progressiven "Think Tank" in Berkeley, Kalifornien. Zahlreiche Publikationen, darunter das Standardwerk "Leben in Metaphern" (zus. mit Mark Johnson, 5. Aufl. 2007).

Elisabeth Wehling
Elisabeth Wehling ; nach dem Studium der Germanistik, Journalistik und Soziologie an der Universität Hamburg und der Università degli Studi La Sapienza in Rom seit 2007 Master/Ph. D. am Department of Linguistics der University of California, Berkeley. Arbeitsbereiche: Kognitive Linguistik und Journalistik; Schwerpunkte: Einfluss von Sprache auf politisches Denken und Handeln, Interdependenz von Medien und Politik an den Beispielen Deutschland, Italien und USA. Koautorin des "Trendbuch Journalismus" (2006).