Systemische Prüfungen
Systemtheoretische Prüfungstheorie und systemische Prüfungsansätze zur Einschätzung der Lebensfähigkeit von Organisationen
234 Seiten, Kt, 2010
€ 21,95
978-3-89670-932-5
Die Arbeit von Wirtschaftsprüfern findet in der Regel nur dann öffentliche Aufmerksamkeit, wenn ein Unternehmen in die Insolvenz geht und das, kurz nachdem ihm ein erfolgreicher Jahresabschluss attestiert wurde. Hier wird die Sinnhaftigkeit der Prüfverfahren in Frage gestellt. Die Systemtheoretische Prüfungstheorie zeigt die Grenzen normativer Prüfungsansätze auf und ermöglicht die Entwicklung eines offenen und dynamischen Prüfungsansatzes.
Im propagierten „Systemischen Ansatz“ arbeitet der Prüfer mit den Besonderheiten der Organisation und zwar ohne einen vorgegebenen Fragebogen, ohne ein starres Soll, welchem die Organisation entsprechen muss, und ohne eine feste Bewertungstabelle für den Prüfungsbericht. Die „Systemtheoretische Prüfungstheorie“ ist zu komplex, um sich auf die einseitigen traditionellen Annahmen einer Prüfung (objektive Aussage über eine Organisation, Unabhängigkeit und Neutralität des Prüfers) festzulegen. Mit dieser Theorie gibt die Autorin das Startsignal zur Revolution des Prüfungswesens.
„Das Buch von Petra Haferkorn beschreibt einen ungewohnten, ganzheitlichen Ansatz für Prüfungen, der bei den üblichen normenorientierten Prüfungen bestenfalls in Ansätzen gesehen, aber selbst dann rasch im Drang der Ereignisse vergessen wird. Es ist wie in der Medizin, wo nur spezielle Symptome isoliert diagnostiziert und therapiert werden, weil für das Ganzheitliche keine Zeit ist. Und das, obwohl eine ganzheitliche medizinische Betreuung besseren und nachhaltigeren Erfolg verspricht.“ Prof. Dr. Eberhard Scheffler
Rezension zu diesem Buch
Haferkorn ermutigt alle Praktiker, den Gestaltungsspielraum ihres Prüfungsauftrags zu nutzen und anhand kreativer Prüfungsmethoden auf die spezifische Funktionsweise der von ihnen betrachteten Organisation einzugehen. Wenn – wie im Systemischen Prüfungsansatz – alle vorhandenen intellektuellen und kommunikativen Fähigkeiten der Prüfer ausgeschöpft sind, lassen sich die Attraktivität und der Wert von Prüfungen für alle Beteiligten steigern. Nicht zuletzt würde eine solche Entwicklung von Prüfungen – jenseits unflexibler Normen und starrer Konzepte – ein Image der Revisoren als ‚Hakelmacher’ widerlegen.
Paul Rieckmann
(Zeitschrift Interne Revision (ZIR), 2/2011 (August))
Es gibt nur wenige Bücher aus dem Bereich Prüfungswesen, bei denen man von einem Quantensprung sprechen kann. Dazu gehört sicherlich Kreys Arbeit über den Risikoorientierten Prüfungsansatz, über den alle reden, den aber wohl immer noch niemand zu hundert Prozent umsetzt. Dazu gehört aber auch nun ein gerade erschienenes, in der Fachwelt bislang weitgehend unbekanntes Buch, das die Ideen von Luhmann und seine Interpretation der Systemtheorie auf die Prüfungsmethodik überträgt.
(Forum Interne Revision.de, 02.09.2010)

Petra Haferkorn
Petra Haferkorn studierte in Aachen und Freiburg Mathematik und prüft seit 14 Jahren Risikomodelle von Banken und Versicherungen. Sie ist derzeit bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in der operativen Aufsicht tätig und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Prüfung des Risikomanagements von Versicherungsgruppen und Finanzkonglomeraten.
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