autobahnuniversität / Hans Geißlinger - Saurierjagden, Lachkrankheiten und andere Realitäten
„Wirklichkeitstransformationen als Beitrag zum empirischen Konstruktivismus“ – so lautete der Untertitel des Vortrages, den der Soziologe und „Story Dealer“ auf einem der großen Konstruktivismus-Kongresse in der Heidelberger Stadthalle Anfang der 1990er Jahre hielt. Ein durchaus, auf den ersten Blick, provokanter Untertitel. Markiert doch das Verhältnis von Empirie und Konstruktion von Wirklichkeit eine erkenntnistheoretische Leitspannung.
Die experimentellen Beiträge Hans Geißlingers und der Story Dealer zu den großen Heidelberger Konstruktivismus-Kongressen bis zum Jahr 2012 sind legendär. Dort hinein flossen die Erfahrungen Geißlingers aus der innovativen Begleitung und Durchführung von Kinder- und Jugendfreizeiten für das Bezirksamt Kreuzberg/Berlin, von denen Geißlinger hier erzählt. Und es erschließt sich, was es bedeutet, wenn man den Gedanken der konstruktiven Verfasstheit von Welterfahrung konkret erfährt und damit besser erklären kann, was aus besonderen Wahrnehmungs- und Bewertungstätigkeiten und -erfahrungen geschieht. Eine paradigmatische Geschichte zur alltäglichen Praxis (oder eben Empirie) des Konstruktivismus. Von dem damit verknüpften Humor, den Geißlinger wunderbar vermittelt, ganz abgesehen.
Ob im Auto oder mit der oder ohne die Maske in der großen weiten Welt: Autobahnuniversität hören! Und Carl-Auer Sounds of Science oder Heidelberger Systemische Interviews, "Sich sicher sein", Formen (reloaded) oder den Wahrnehmungspdcast "Frauen führen besser". Jeder Stau bringt Sie weiter. Wo es geht, die freien Augen und den freien Geist nutzen: Carl-Auer Bücher lesen, Carl-Auer Wissen nutzen!
autobahnuniversität / Dietrich Busse - Sprache - Kommunikation - Wirklichkeit: Die Konstruktion des radikalen Konstruktivismus
<p>Dietrich Busse – Sprachwissenschaftler, Soziologe, Philosoph und Politikwissenschaftler – geht in seinem sehr erhellenden Vortrag u. a. der Frage nach, inwieweit bei dem Versuch, Kommunikation und die Funktion sprachlicher Zeichen konstruktivistisch zu verstehen, an die Stelle alter Metaphern (z. B. im Sender-Empfänger-Modell nach Shannon und Weaver) neue Metaphern treten, die nicht minder problematisch werden können. Ist die Theorie autopoietischer Systeme wirklich geeignet, das "Äußerlichwerden des Denkens" in Sprache, die "heraustretende Gemeinschaftlichkeit des Menschen" in Sprache als dem "intersubjektiven Prinzip seines Denkens" (Friedrich Schleiermacher) abzulösen durch ihr Prinzip der "operationalen Geschlossenheit" bei "energetischer Offenheit"? Trägt das Konzept "<a href="https://www.carl-auer.de/magazin/systemisches-lexikon/autopoiesis">Autopoiesis</a>" im Untersuchungsfeld sprachlicher Verständigung wirklich Relevantes bei?</p>
<p>Welche Gefahren lauern in eher instrumentalistischen Auffassungen sprachlicher <a href="https://www.carl-auer.de/magazin/systemisches-lexikon/kommunikation">Kommunikation</a>? Oder in Verständnissen von Information als Substanz (die der <a href="https://www.carl-auer.de/magazin/systemisches-lexikon/konstruktivismus">Konstruktivismus</a>, so Busse, zurecht attackiere)? Welche Pfadabhängigkeiten sind bei den neuen Metaphern zu erwarten bzw. zu beobachten? Ist der eigentliche Gegenspieler des Radikalen Konstruktivismus eher die These der Sprachlichkeit allen begrifflichen Denkens, und nicht die realontologische Erkenntnistheorie? Werden beim Versuch, die Figur des Subjekts zum Verschwinden zu bringen, wichtige und nützliche Fragen der Intersubjektivität leider mit entsorgt?</p>
<p>Busse reagiert hier auch auf Vorträge von <a href="https://www.carl-auer.de/magazin/neuigkeiten/ernst-von-glasersfeld-konstruktivismus-radikal-wie-entsteht-wissen-vortrag">Ernst von Glasersfeld</a> und <a href="https://www.carl-auer.de/magazin/neuigkeiten/siegfried-j-schmidt-sprache-kultur-und-wirklichkeitskonstruktionen">Siegfried J. Schmidt</a> beim großen und auseinandersetzungsfreudigen Heidelberger Konstruktivismus-Kongress im Jahr 1992. Die <a href="https://www.carl-auer.de/autobahnuniversitaet">Autobahnuniversität</a> hat auch diese und andere Vorträge dieses legendären Kongresses aufgezeichnet und für die Öffentlichkeit archiviert.</p>
<p>Dietrich Busse (Jg. 1952) studierte Philosophie, Politische Wissenschaft, Soziologie, Germanistik und Allgemeine Sprachwissenschaft in Bonn, Bielefeld und Heidelberg. Zu seinen Lehrern gehörten u. a. auch Niklas Luhmann und Ernst Tugendhat. Dietrich Busse war bis 2018 Professor für Germanistische Sprachwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zuvor arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TH Darmstadt und als Professor für Germanistische Linguistik am Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln.</p>
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<p>Beim Mund-Nasen-Schutz bleiben die Ohren frei! Also: Ob im Auto oder mit der Maske in der großen weiten Welt: Kopfhörer auf und Autobahnuniversität hören! Und <a href="https://www.carl-auer.de/sounds-of-science">Carl-Auer Sounds of Science</a>. Jeder Stau bringt Sie weiter. Und, wo es geht, die freien Augen und den freien Geist nutzen: Carl-Auer Bücher lesen, Carl-Auer Wissen nutzen!</p>