Es lohnt sich, einen Stift zu haben - Schreiben in der systemischen Therapie und Beratung
Carmen C. Unterholzer

Es lohnt sich, einen Stift zu haben

Schreiben in der systemischen Therapie und Beratung

229 Seiten, Kt, 2017 24,95 € ISBN 978-3-8497-0176-5 Thema: Systemische Therapie Erzählungen gehören zu jeder Psychotherapie. Ist es ein Unterschied, ob Klienten in der Therapie „nur“ reden oder ob sie auch schreiben? Obwohl viele Menschen zur Feder greifen,... Weiterlesen

Erzählungen gehören zu jeder Psychotherapie. Ist es ein Unterschied, ob Klienten in der Therapie „nur“ reden oder ob sie auch schreiben? Obwohl viele Menschen zur Feder greifen, weiß man wenig darüber, wann Schreiben hilft, wann es schadet, wie Texte gestaltet sein müssen, um heilsame Effekte hervorzubringen.

Carmen C. Unterholzer positioniert das Schreiben innerhalb der systemischen Therapie und leuchtet das Verhältnis zwischen Literatur und Therapie aus. Sie zeigt, wie andere therapeutische Ansätze das Schreiben einsetzen und präsentiert die Vielfalt schriftlicher Interventionen in der systemischen Psychotherapie. Die Autorin arbeitet Ideen aus, wann welche Textgattung in welchem Veränderungsprozess für Klienten sinnvoll sein könnte und wie therapeutisches Schreiben im Einzelsetting und in Gruppenpsychotherapien eingesetzt werden kann. Viele Beispiele aus der therapeutischen Arbeit geben Einblick in die Praxis und bestätigen den berühmten Satz von Gertrude Stein: Es lohnt sich einen Stift zu haben.

„Ich kann allen Psychotherapeuten und Beratern dieses Buch ans Herz legen – den Systemikern wie auch allen anderen, die sich für den therapeutischen Einsatz des Schreibens interessieren.“ Kirsten von Sydow

Auch erhältlich als eBook bei: Amazon / Apple iBooks Store / Hugendubel / Thalia

Carmen C. Unterholzer

Carmen C. Unterholzer, Dr. phil., systemische Einzel-, Paar- und Familientherapie am Institut für systemische Therapie, Wien; Lehrtherapeutin der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Systemische Therapie und Studien, Wien (ÖAS); Weiterbildung in Poesie- und Bibliotherapie (Fritz-Perls-Institut, Düsseldorf) und Hypnotherapie (nach Milton H. Erickson); mehrjährige Lehrtätigkeit an der Universität Innsbruck; langjährige Erfahrung als Leiterin von Seminaren, Coaching- und Supervisionstätigkeit im Bildungs- und Sozialbereich; in der Erwachsenenbildung und in der Aus- und Fortbildung für Psychotherapeuten tätig. Arbeitsschwerpunkte: therapeutisches Schreiben und andere kreative Methoden in der systemischen Psychotherapie, systemische Gruppenpsychotherapie, Essstörungen, Depression, Burnout, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Achtsamkeit, Externalisieren und Internalisieren in der systemischen Psychotherapie, Schreibcoaching.

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  1. Schreiben als wirksame Methode in der Psychotherapie
    Carmen C. Unterholzer gibt in ihrem Werk einen umfassenden Überblick darüber, wie Schreiben als Methode in der Psychotherapie verwendet werden kann. Man erfährt, dass dem Schreiben (aber auch dem Lesen oder dem Theater) schon lange eine heilende Wirkung zugeschrieben wird und dass sich verschiedene Richtungen der Psychotherapie das Schreiben zunutze gemacht haben. Das Hauptaugenmerk der Autorin gilt dabei der systemischen Familientherapie. Die Leserin/der Leser erfährt nicht nur, wann geschrieben wird (während der Therapie, zwischen den Therapiesitzungen), was geschrieben wird (neben den bekannten Textsorten wie Tagebuch oder Brief werden Dialoge, Erfolgsgeschichten, Drehbücher, Reden, aber auch Gedichte wie Haikus, Triolette oder Elfchen geschrieben), sondern auch wer schreibt. Und dies ist nicht immer nur die Klientin/der Klient, es kann auch die Therapeutin sein, die einen Brief an die Klientin schreibt, oder es wird von Therapeutin und Klientin gemeinsam zum Beispiel eine Urkunde erstellt. Schreiben in Gruppen genauso wie in der Einzeltherapie wird mit vielen Beispielen anschaulich gemacht. Es wird aber auch klar festgehalten, dass Schreiben weder ein Allheilmittel ist noch für alle Klient/inn/en passt – aber offensichtlich für sehr viele! In ihrem Werk beruft sich die Autorin auf viele Studien, vor allem Wirksamkeitsstudien, die dem Schreiben in der Therapie eine klare Wirkung attestieren, und viele Expert/inn/en vor ihr, die sich über das Schreiben als therapeutisches Instrument bereits zu Wort gemeldet haben, darunter Gunther Schmidt, Michael White, Paul Watzlawick, Viktor Frankl und viele mehr. Die Liste an Fachliteratur ist beachtlich! Besonders hilfreich beim Lesen fand ich die Zusammenfassungen mit Hilfe einer Grafik am Ende jedes Kapitels, besonders erfreut haben mich die vielen Zitate aus der Literatur. Selbst der markante Titel ist ein Zitat, und zwar von Gertrude Stein.
    Insgesamt ein klar strukturiertes, übersichtliches Werk, das sehr gut geschrieben ist und sich wirklich mit Vergnügen lesen lässt, aber auch als Nachschlagewerk oder als Fundgrube für Methoden verwendet werden kann. Unbedingt empfehlenswert für alle, die sich für systemische Familientherapie, Beratung oder Therapie von Gruppen oder Einzelpersonen oder einfach nur für therapeutisches Schreiben interessieren.
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