Olaf Geramanis, Kristina Hermann (Hrsg.)

Organisation und Intimität

Der Umgang mit Nähe im organisationalen Alltag – zwischen Vertrauensbildung und Manipulation

310 Seiten, Kt, 2014 26,95 € ISBN 978-3-89670-973-8 Thema: Management/Organisationsberatung Reihe: Verlag für Systemische Forschung Was haben Organisationen mit Intimität zu tun? Wenn man auf Zweckorientierung, Arbeitsteilung und bürokratische Formalisierung schaut, nichts. Schaut man stattdessen auf die schöne... Weiterlesen

Was haben Organisationen mit Intimität zu tun? Wenn man auf Zweckorientierung, Arbeitsteilung und bürokratische Formalisierung schaut, nichts. Schaut man stattdessen auf die schöne neue Arbeitswelt postindustrieller Unternehmen, dann sehr viel: In der kreativen und innovativen Wissens- und Dienstleistungsarbeit können sich die Menschen ganz hingeben und selbst verwirklichen. Die neuen Informations- und Kommunikations-Technologien lassen die Grenzen zwischen dienstlich und privat verschwinden, da man immer und überall erreichbar ist. Hingabe und Intimität werden mehr denn je angefragt, da wir leidenschaftlich arbeiten, emotional intelligent, intuitiv und authentisch sein sollen.

In diesem Buch wird das Begriffspaar "Organisation und Intimität" aus unterschiedlichsten Perspektiven beleuchtet. Die Grunddifferenz ist die Unterscheidung von öffentlich und privat. In Familie und der Gemeinschaft von Befreundeten befindet man sich jenseits der Dominanz ökonomischer Kalküle. Liebe oder Freundschaft gelten als Inbegriff des Intimen und Intimes gehört nicht an die Öffentlichkeit. Demgegenüber muss die Organisation primär sachlichen Aufgaben und Zielen gerecht werden. Formalisierte, asymmetrische Machtstrukturen und die prinzipielle Austauschbarkeit der Funktionsträger sind hierbei die Bedingung der Möglichkeit.

Wie viel Nähe und Emotionalität ist für ein optimales Funktionieren tatsächlich wünschenswert? Inwieweit kommt die Organisation den sozialen Grundbedürfnissen der Mitarbeitenden entgegen oder wird die Ausbeutung der Intimität lediglich auf die Spitze getrieben? Ist es die Aufgabe von Führung und Beratung, mehr individuelle Grenzen einzureissen, oder ist es ihre Aufgabe, die Individuen in ihrer Abgegrenztheit zu respektieren und zu unterstützen?

Mit Beiträgen von: Sabine Donauer, Peter Fuchs, Beat Fux, Olaf Geramanis, Peter Heintel, Urs Kaegi, Stephan Kasperczyk, Franz Kasperski, Karin Lackner, Brigitte Liebig, Stephan Marks, Susanne Möller-Stürmer, Uwe Sielert, Marianne Streisand, Robindro Ullah, Rudolf Wimmer.

Olaf Geramanis

Olaf Geramanis ist Diplompädagoge (univ.), Coach und Supervisor (BSO) und Trainer für Gruppendynamik (DGGO). Er war zunächst Offizier der Bundeswehr und wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik der Universität der Bundeswehr. Seit 2004 ist er Dozent für Sozialpsychologie und Beratung an der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz.

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Kristina Hermann

Kristina Hermann, Dipl. Psych. (univ.); Trainerin für Gruppendynamik unter Supervision (DGGO); Zertif. Projektmanagement-Fachfrau (IPMA); Gestaltberaterin (nach DVG); Planspielentwicklerin (SAGSAGA). Von 2008 bis 2012 als Unternehmensberaterin und Trainerin bei Tiba Managementberatung in München tätig (Schwerpunkt auf Einführung von Projektmanagement; Prozessberatung) und seit 2011 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Trainerin an der Fachhochschule Nordwestschweiz.

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