Störungen systemisch behandeln

Die Anerkennung der systemischen Therapie als wissenschaftliches Heilverfahren und der Antrag auf sozialrechtliche Anerkennung bringen es mit sich, dass auch systemisch arbeitende Therapeuten zunehmend mit störungsspezifischen Konzepten und Diagnosen umgehen müssen.

Die Reihe Störungen systemisch behandeln zeigt, dass die Systemtherapie Phänomene, die mit traditionellen diagnostischen Kategorien bezeichnet werden, oft besser beschreiben, erklären und mit hoher praktischer Effizienz behandeln kann. Sie verfolgt dabei zwei Ziele: Systemisch arbeitenden Kollegen wird das große Spektrum theoretisch fundierter und praktikabler systemischer Lösungen für einzelne Störungen zugänglich gemacht. Gleichzeitig wird nichtsystemischen Behandlern und Vertretern anderer Schulen das umfangreiche systemische Material an Erklärungen, Behandlungskonzepten und praktischen Tools zu verschiedenen Störungsbildern auf kompakte und nachvollziehbare Weise vermittelt.

5 Fragen zur Reihe an den Herausgeber Dr. Hans Lieb

1. Warum gerade jetzt eine Reihe, die einzelne Störungen systemisch angeht?Die Systemtherapie ist als Heilverfahren seit 2008 anerkannt und wird es wohl bald auch als Richtlinienverfahren sein. Das wird die Anzahl von systemisch arbeitenden Therapeuten im klinischen Bereich, die auch mit Kassen abrechnen, deutlich erhöhen. Damit ist die systemische Welt gezwungen, sich noch einmal intensiver mit den dort verwendeten Diagnosen und Störungsbildern zu beschäftigen. Das bedarf einer klaren Antwort auf die Frage: Wie gehen Systemiker mit Störungen um?

2. War die Verwendung von Diagnosen nicht verpönt in der systemischen Welt?Ja, und das mit guten und noch heute gültigen Gründen. An die Stelle einer Distanzierung oder Ablehnung muss heute aber eine differenziertere Auseinandersetzung mit Diagnosen und störungsspezifischen Konzepten auf hohem theoretischen und empirischen Niveau treten. Die Reihe soll zeigen, dass gerade die Systemtheorie dazu in der Lage ist, diese differenzierte Auseinandersetzung zu leisten und dabei andere therapeutische Ansätze zu integrieren. Das gilt es allgemein und für jedes Störungsbild gesondert zu zeigen.

3. Gibt es nicht schon hinreichend Bücher zu diesen Fragen?Ja, es gab und gibt immer wieder systemisch ausgerichtete Bücher zu einzelnen Störungsbildern oder zusammenfassend zu systemischen Perspektiven auf klinische Diagnosen. Es fehlt aber zweierlei, und genau das will die Reihe präsentieren: Erstens eine explizite Systemtheorie zum Operieren mit den Begriffen Störung/Krankheit und zweitens eine Reihe, die nach möglichst gleicher Gliederung und für Praktiker zentriert einzelne Störungsbilder behandelt.

4. Was hat der Leser davon, wenn er die Bücher dieser Reihe kauft?Systemisch orientierte Leser sollen eine fundierte Theorie und zu jeder Störung praktisches Handwerkszeug erhalten. Darin sind auch Methoden anderer Schulen integriert. Trotzdem kann man als Therapeut seine systemische Identität wahren. Nicht systemisch geprägte Leser sollen auf sehr praktische Weise erfahren, was Systemiker über bestimmte Störungen denken, und wie sie das auch in ihre eigene Praxis aufnehmen können.

5. Sie sagen, alle Bücher hätten die gleiche Gliederung: Welche?Die Gliederung richtet sich am Praktiker aus, der sich zentriert und rasch zurechtfinden will. Das bedeutet: erstens eine Beschreibung des Störungsbildes, zweitens wissenschaftliche Erklärungen durch andere Schulen und dann vor allem durch die Systemtheorie. Drittens das therapeutische Vorgehen – die systemische Grundhaltung ebenso wie der störungsspezifische Handwerkskoffer. Und viertens: Soweit möglich der Stand der empirischen Evaluation der Systemtherapie auf diesem Gebiet.

Die Herausgeber:

Hans Lieb, Dr. phil., ist Diplom-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut; Ausbildung in Verhaltenstherapie, NLP, Gesprächspsychotherapie, Systemtherapie. Lehrtherapeut und Lehrsupervisor in Systemischer Therapie (IFW, A&E und SG) und Verhaltenstherapie (IFKV Bad Dürkheim), Gesprächspsychotherapie, NLP. Psychotherapeut ECP. Nach langjährigen Tätigkeiten in Sucht- und psychosomatischen Kliniken, zuletzt als leitender Psychologe, führt er jetzt eine Praxis in Edenkoben (Rheinland-Pfalz) für Psychotherapie, Paar- und Familientherapie, Supervision (Ausbildung/Einzel/Gruppen/Team).

Wilhelm Rotthaus, Dr. med., hat neben dem Studium der Medizin in Freiburg, Paris und Bonn und dem der Musik in Köln Ausbildungen in klientenzentrierter Gesprächstherapie, klientenzentrierter Spieltherapie und Systemtherapie absolviert. Von 1983 bis 2003 war er Ärztlicher Leiter des Fachbereichs Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Rheinischen Kliniken Viersen. Buchveröffentlichungen u. a.: „Wozu erziehen“ (7. Aufl. 2010) und „Systemische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie“ (4. Aufl. 2013).

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