Wahrscheinlichkeit und Wissenschaft
George Spencer-Brown

Wahrscheinlichkeit und Wissenschaft

Aus d. Englischen v. Hans Günter Holl
Mit einem Vorwort von Hans Rudi Fischer
142 Seiten, 20 Abb., Kt, 2. Aufl. 2008
24,95 € ISBN 978-3-89670-626-3 Thema: Philosophie/Systemtheorie/Gesellschaft Reihe: Systemische Horizonte In Wahrscheinlichkeit und Wissenschaft geht George Spencer-Brown von der alltäglichen Vorstellung der „realen Welt” aus und zeigt, dass der Beobachter über die Grundoperationen der... Weiterlesen

In Wahrscheinlichkeit und Wissenschaft geht George Spencer-Brown von der alltäglichen Vorstellung der „realen Welt” aus und zeigt, dass der Beobachter über die Grundoperationen der Unterscheidung eine solche unabhängige Welt erschafft:

„Wir unterscheiden zwischen leibhaftigen Menschen und Romanfiguren, zwischen tatsächlichen und geträumten Ereignissen, zwischen echten und Spielzeugsoldaten, zwischen lebendigen Sprachen und Esperanto. Auch grenzen wir die reale Welt der Realität von den mannigfachen Formen des Irrealen ab, die jene Roman-, Ersatz-, Spielzeug- oder Traumwelten einschließen. Aufgrund einer entsprechenden Konvention setzt das Adjektiv ‚real‘ irgendwie Sein voraus, wogegen irreale Welten nicht existieren sollen. Das ist offenbar widersprüchlich.”

Der Kern des Buches führt zu den metaphysischen Knoten im Begriff der Wahrscheinlichkeit, der im neuzeitlichen Wissenschaftsverständnis eine zentrale Position einnimmt. Spencer-Brown deckt Widersprüche und Paradoxien in wissenschaftlichen Methoden auf, die sich auf die Idee der Wahrscheinlichkeit stützen. Hier hat das Buch selbst 50 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nichts an Brisanz und Aktualität verloren.

George Spencer-Brown

George Spencer-Brown, geb. 1923, britischer Mathematiker und Philosoph, Zusammenarbeit mit Ludwig Wittgenstein in Cambridge (1950/51), Bertrand Russell in Oxford (seit 1960) und Ronald D. Laing. 1957 Promotion in Oxford über Wahrscheinlichkeitstheorie. Spencer-Brown war Funker und Nachrichtentechniker bei der Royal Navy, Ingenieur für die britische Bahn, militärischer Berater der US-Army für Codes und Code-Entschlüsselung, Gastprofessor für Mathematik an der University of Western Australia, Professor für Informatik an der Stanford University und Professor für reine Mathematik an der Universität von Maryland. Sein berühmtestes Werk sind die „Laws of Form“ (1969).

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