Sexualstrafrecht und Sex-Roboter

Für Männer , die nicht so viel Wert auf Gegenseitigkeit beim Sex legen, gibt es gute und schlechte Nachrichten.

Der Bundestag will den „Vergewaltigungsparagrafen“ 177 strenger fassen. Neu definiert werden soll der Widerstand des Opfers. Bisher galt das Ignorieren eines aktiven (körperlichen) Widerstands als Voraussetzung, um den Tatbestand der Vergewaltigung zu definieren. Jetzt soll bereits das Nicht-Respektieren eines ausgesprochenen „Nein“ ausreichen. Das schärfere Sexualstrafrecht hat eine richtige Intention, auch wenn die Rechtsprechung vielen uneindeutigen Situationen ohne Zeugen schwer gerecht werden kann.

Gleichzeitig erfährt man von den Fortschritten bei der Konstruktion von (weiblichen) Sex-Robotern: Die sind nun weitaus mehr als die Fortsetzung von Gummipuppen. Roxxy – so heisst das Roboter-Weib - kann sprechen und nicht nur das. Sie kann individuell auf die Bedürfnisse ihres (menschlichen) Partners eingehen, dem sie alles bestätigt und beantwortet, was er will. Eine erotische Ja-Sage-Maschine sozusagen.

Während also auf der Seite der politischen Korrektheit eine Verschärfung der Regel des Respekts und Rücksichtnehmens angestrebt wird, läuft auf der Seite der privaten Unkorrektheit das männliche Bedürfnis den ja-sagenden Frauen-Robotern nach.

http://www.sueddeutsche.de/digital/technik-der-roboter-in-meinem-bett-1.2886887

Ich verstehe ja den Kampf gegen die Unklarheit und das allzumenschliche Bedürfnis, das Nein und das Ja zu vereindeutigen. Ich fürchte nur, dass es sich weder juristisch noch technisch lösen lässt.