Weniger Sexualpartner

Die Zahl der jungen Erwachsenen, die nach dem 18. Lebensjahr keinen Sexualpartner hatten, nimmt zu (in den USA) . Eine Studie der Universität of San Diego vergleicht Geburtsjahrzehnte (1960er vs 1990er) und kommt zu kommt zum Ergebnis, dass die Zahl der Inaktiven 6% auf 15% zunimmt (Bezug: 20-24 Jährige).

Wird der Vergleich anhand älterer Studien gemacht zeigt sich eine quantitative Wiederannäherung zu den Geburtsjahrzehnten 1900-1940. Die Graphik zeigt also eine Inaktivitäts-Delle bei den Jahrgängen 1950-1970.

Solche Verläufe laden ja immer zu allen möglichen Interpretationen ein. Die Autoren bringen ins Spiel, dass man heute länger brauche, um erwachsen zu werden, immerhin werde auch der Führerschein später gemacht und die jungen Leute wohnten länger bei den Eltern.

Die Südddeutsche Zeitung, die das heute berichtet, gibt dem ganzen eine muffige Note, indem sie unter der Überschrift „Generation lustlos“ die befragten „Schluffis“ als „erstaunlich träge“ bezeichnet. Ganz so einfach scheint es mir nicht zu sein. Da müsste man Daten zum SoloSex haben, der möglicherweise die abnehmende Partnersexualität kompensiert. Der Gedanke, den die SZ zitiert („Die Jugend vertrödelt so viel Lebenszeit im Internet, dass sie sich nicht mal mehr zum Sex aufraffen kann“) stellt Sex und Internet gegenüber. Kein zwingender Gegensatz! Vielleicht bietet für manche Menschen das Internet sexuell mehr Reize als der  selbsterdachten und selbst gemachte Sex.

Oder wie wäre ein ganz anderer Gedanke: Inaktivität kann auch eine Art von Selbstbestimmung sein. Die jungen Leute sind einfach qualitätsbewusster und machen lieber keinen Sex als schlechten.